Entdecken Sie Kapitel 24 von "Der kleine Prinz" mit dem englischen Originaltext, deutscher Übersetzung, detailliertem IELTS-Vokabular und Erklärungen sowie Audio des englischen Originals. Hören Sie zu und verbessern Sie Ihre Lesefähigkeiten.
Es war nun der achte Tag seit meinem Unfall in der Wüste, und ich hatte die Geschichte des Händler mit dem ersten Tropfen Wasser gehört. Ich war auch durstig nach diesem Wasser. Aber der kleiner Prinz war müde, setzte sich hin, und ich setzte mich neben ihn. Und nach einem kleinen Schweigen sprach er wieder: »Die Sterne sind schön wegen einer Blume, die man nicht sieht.«
Ich antwortete: »Ja, das ist so.« Und ohne weiter etwas zu sagen, blickte ich über die Sandkämme, die sich vor uns im Mondlicht ausbreiteten.
Und das war wahr. Ich habe die Wüste immer geliebt. Man setzt sich auf eine Sanddüne in der Wüste, sieht nichts, hört nichts. Und doch durchdringt etwas im Schweigen, pocht und glänzt …
»Was die Wüste schön macht«, sagte der kleiner Prinz, »ist, dass sie irgendwo einen Brunnen verbirgt …«
Ich war erstaunt über ein plötzliches Verständnis für dieses geheimnisvolle Strahlen des Sandes. Als ich ein kleiner Junge war, lebte ich in einem alten Haus, und eine Legende erzählte, dass dort ein Schatz vergraben sei. Gewiss, niemand hatte je gewusst, wie man ihn finden könnte; vielleicht hatte niemand je danach gesucht. Aber es warf einen Zauber über dieses Haus. Mein Heim verbarg ein Geheimnis in der Tiefe seines Herzens …
»Ja«, sagte ich zum kleiner Prinz. »Das Haus, die Sterne, die Wüste – was ihnen ihre Schönheit verleiht, ist etwas Unsichtbares!«
»Ich bin froh«, sagte er, »dass du mit meinem Fuchs übereinstimmst.«
Als der kleiner Prinz einschlief, nahm ich ihn in meine Arme und machte mich wieder auf den Weg. Ich war zutiefst bewegt und aufgewühlt. Es schien mir, als trüge ich einen sehr zerbrechlichen Schatz. Es schien mir sogar, als gäbe es auf der ganzen Erde nichts Zerbrechlicheres. Im Mondlicht betrachtete ich seine blasse Stirn, seine geschlossenen Augen, seine Haarlocken, die im Wind zitterten, und ich sagte mir: »Was ich hier sehe, ist nur eine Hülle. Das Wichtigste ist unsichtbar …«
Als sich seine Lippen leicht öffneten mit dem Anflug eines halben Lächelns, sagte ich mir noch einmal: »Was mich so tief bewegt bei diesem kleiner Prinz, der hier schläft, ist seine Treue zu einer Blume – das Bild einer Rose, das durch sein ganzes Wesen leuchtet wie die Flamme einer Lampe, selbst wenn er schläft …« Und ich empfand ihn als noch zerbrechlicher. Ich spürte das Bedürfnis, ihn zu beschützen, als wäre er selbst eine Flamme, die ein kleiner Windhauch auslöschen könnte …